EHC/NHC Lorsch 2009
Früh um kurz nach 6 machte ich mich auf nach Lorsch mit den Gedanken im Kopf ob der Wettergott für das Rennen in Lorsch wohl besseres Wetter für uns Handbiker hat wie im letzten Jahr. Warm war es ja im letzten Jahr auch, aber das Unwetter mit dem vielen Wasser und den starken Wind brauchten wir nicht schon wieder. Kurz nach 7 war ich der zweite Biker vor Ort, nach und nach trudelte der Rest der über 100 gemeldete Teilnehmer ein und Rehability bauten ihren Stand zur Startnummernausgabe auf. Die Wartezeit verbrachte ich mit ein wenig Smalltalk und machte mich dann daran mein Bike aufzubauen.
Punkt halb zehn setzte ich mich ins Bike und zusammen mit Jörg suchten wir uns eine Strecke zum warm fahren. Um 10:30 Uhr sollte die Startaufstellung erfolgen und so hatten wir eine ganze Stunde Zeit unsere Muckis auf Temperatur zu bringen. Der 5 Kilometer lange Rundkurs war zur Erkundung freigegeben und so nutzten wir es und umfuhren die Rennstrecke einmal, um uns auch von den eventuell kniffligen Passagen ein Bild zu machen. Pünktlich wurden die C Fahrer aufgestellt und direkt dahinter stand ich in der zweiten Startreihe der B-Fahrer links außen, direkt hinter dem Italiener Vittorio Podest. Hinter uns kamen dann die Frauen und die offene Klasse.
Pünktlich um 11 Uhr viel der Startschuss für die C-Fahrer und wir zogen zur Startlinie vor. 2 Minuten später erfolgte der zweite Startschuss für uns und was war das? Mein Vordermann Vittorio hatte wohl den falschen Gang eingelegt, wie in Zeitlupe drehte sich seine Kurbel und er kam nicht vom Fleck. Rechts von uns zogen die Fahrer vorbei und der hinter mir stehende Schweizer Lukas Weber schimpfte aus vollem Hals. Auf einmal hatte der Italiener wohl geschaltet und zog ab als ob er einen Turbo geschaltet hatte. Die ersten 2-300 hundert Meter hatten wir Kopfsteinpflaster als Straßenbelag dann eine scharfe Linkskurve und jetzt hieß es dem Tempo der Führungsgruppe zu folgen. Schnell waren wir weit über 40 km/h schnell und die Fahrer reihten sich wie in einer Perlenkette auf um möglich nicht im Wind zu fahren. Ich versuchte links vorbei zu gehen um nicht den Anschluss zur Führung zu verlieren, wenn sich die riesige Gruppe teilen sollte. Der Versuch war nicht ganz einfach den niemand lässt dich so einfach von außen wieder in den Windschatten rein. Nach der ersten Runde zog eine 9-10 Fahrer große Gruppe auf und davon, ich konnte den Ausreißern nicht folgen und verblieb in der Verfolgergruppe mit Fahrern wie Reinmuth, Lehmann, Traussnig und Weiß. Wir waren schon öfter bei Rennen in einer Gruppe gefahren und verstanden uns auch ohne viele Worte. Bei den internationalen Rennen ist man über jeden Athlet in der Gruppe froh der dieselbe Sprache spricht und den man kennt, da man davon ausgehen kann dass man nicht so hart attackiert wird. Leider schied Peter Traussnig als erster wegen eines Plattfußes aus unserer Gruppe aus. So zogen wir Runde um Runde bis ich in der vierten von 8 Runden nach der Zieldurchfahrt irgendwie unsicher beim Kurbeln wurde. Ich brauchte fast eine halbe Runde um festzustellen woran es lag, mittlerweile war ich nach hinten durchgereicht worden und stellte fest dass sich die Verschraubung meines linken Griffs sich gelöst hatte und ich deshalb keine richtige Führung hatte. Ich versuchte die Verschraubung mit der Hand festzuziehen und verlor auch gleich den Anschluss an meine Gruppe. Das Festziehen mit der Hand, welches maximal 500 Meter hielt, wiederholte ich immer wieder bis ich an Start und Ziel ankam. Hier versuchte ich einen 5er Inbusschlüssel zu bekommen, leider ohne Erfolg. Jeder den ich fragte zuckte nur mit den Schultern und ich dachte ans aufgeben. Auf einmal hörte ich hinter mir Heike, die Frau von Jörg Reinmuth, rufen- Andy, Andy ich habe einen. Schnell half sie mir den Griff festzuschrauben und ich konnte mein Rennen fortführen. Der Anschluss an meine Gruppe war weg und noch einige Fahrer mehr hatten mich mittlerweile überholt, was soll’s dachte ich und kämpfte weiter. Nach einer halben Runde sah ich eine Gruppe weiße Helme, Erkennungszeichen für B-Fahrer, gesichtet und konnte mich langsam nähern und wen musste ich erkennen, meinen Lieblingsbelgier. Eigentlich ein Grund nicht mit der Gruppe mitzufahren, aber hier und jetzt hatte ich keine andere Wahl. Mir fehlte jetzt die Kraft um einen Alleingang für die letzten 7 oder8 Kilometer zu unternehmen und so reihte ich mich schön ein und machte meine Job. Am Ende stand auf meiner Uhr eine Zeit von 1:12:37 und erreichte damit den 23. Platz, 5 Minuten schneller war meine Gruppe in der mit einem festen linken Griff an der Kurbel mitgefahren wäre. Den technischen Defekt muss ich mir selbst zuschreiben, es handelt sich um einen Anfängerfehler. Man sollte nie am Bike etwas umbauen es nicht getestet haben und dann bei einem Rennen starten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Heike die mir den 5er Inbusschlüssel, geliehen von Susanne die Freundin von Andreas Kiemes, gebracht hat. Ohne den hätte ich aufgeben müssen.
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