EHC Oupeye/Haccourt Belgien 2009
Frische Temperaturen, holprige Strecke und tief fliegende Motorroller beim Abschlussrennen des EHC Am Freitag machte ich mich auf den Weg nach Belgien um dort beim Abschlussrennen des EHC an den Start zu gehen. Es war für mich die erste Saison wo ich an allen Rennen des EHC teilnehmen konnte. Im gebuchten Hotel traf ich mich mit Jörg, wir hatten ausgemacht uns die Strecke am Vortag des Rennens noch anzuschauen. Schnell war klar dass es keine komfortable Strecke hier in Oupeye sein wird, sondern es glich eher einer Stoßdämpfer Teststrecke. Was soll es, jeder der Morgen hier startet hatte dieselbe Strecke und so gab es für niemanden einen Vorteil. Bei der Startnummernausgabe wurde uns dann leider mitgeteilt, dass die Chips zur Zeiterfassung noch nicht eingetroffen waren und diese auch erst Morgen früh eintreffen werden. Wieder zurück im Hotel noch eine wenig Fernsehen, die Sachen für den nächsten Morgen richten und einigermaßen früh schlafen gehen. Wenn das nur immer so einfach wäre mit dem schlafen. Um 1 Uhr in der Nacht schaute ich das letzte Mal auf das Zeiteisen und als es am Morgen um 5:45 Uhr klingelte, da hätte ich noch gut weiterschlafen können. Ab unter die Dusche um einigermaßen wach zu werden, einen starken Kaffee getrunken und auf nach Oupeye. Ab 7 Uhr sollte es die begehrten Chips geben, doch auch am heutigen Renntag wurden sie erst kurz vor 8 Uhr angeliefert. Das Bike war in der Zwischenzeit schon gerichtet, nur noch die Startnummer geklebt, den Chip befestigt und ein wenig Smalltalk mit den anderen Athleten. Kurz vor 9 Uhr setzte ich mich ins Bike um mich auf der mittlerweile abgesperrten Rennstrecke warm zu fahren. So wie gestern im Auto schon bemerkt erwies sich die Strecke als holprig mit einigen Schlaglöchern, die man beim Rennen besser umfahren sollte und hatte einige nicht zu unterschätzende Kurven. Um 10 Uhr stand das Einzelzeitfahren auf dem Programm, eigentlich meine Lieblingsdisziplin, aber nicht auf diesem Kurs und bei diesen Temperaturen. Das Thermometer zeigte 10°C und es blies ein eisiger Wind. Wir wurden namentlich aufgerufen und reihten uns vor der Stertlinie auf. Es galt die 4,4 Kilometer lange Strecke 2-mal abzufahren, ich hatte mir ausgerechnet dass ich gerne mit einer Zielzeit von 16 Minuten irgendwas über die Ziellinie kommen wollte. Nach der ersten Runde war ich einigermaßen in der Zeit mit 8:33 ging ich in die zweite Runde und versuchte Zeit gut zu machen. Ich versuchte meine Trittfrequenz noch ein wenig zu erhöhen, merkte aber schnell dass mein Tritt unrund wurde und ich dadurch Zeit verlor. Am Ende stand 17:07 als Zielzeit fest und ich hatte leider meine Vorgabe um ein paar Sekunden verpasst, aber es reichte noch für den 15.Platz. Nun folgte eine Paus bis 17 Uhr zum start des Road Race. Ich verbrachte die Zeit mit essen, Musik hören und ausruhen. Um 16 Uhr setzte ich mich in mein Raptor um mich auf das bevorstehende Rennen vorzubreiten. Die Strecke wurde schon wieder abgesperrt und einige Athleten nutzten die Zeit schon zum aufwärmen. Für mich stand noch eine Überraschung in Form eines von hinten herannahenden Motorrollers bereit. Ich hörte das surrende Geräusch des Rollers direkt hinter mir, mein Tempo lag bei ca.35 Km/h und ich näherte mich einer Rechtskurve. Kurz vor der Kurve nahm ich Druck von der Kurbel und es gab einen Schlag von hinten gefolgt von einer Vollbremsung meines rechten Hinterrades. Der Motorroller war wohl so dicht aufgefahren, dass er auf meine geringe Verzögerung nicht mehr reagieren konnte. Doch seine Reaktion bei Aufstellen des Rollers und beim Verlassen des Unfallortes in entgegen gesetzter Richtung funktionierte bestens und somit stand ich nun mit meinem Schaden alleine da. Ich entfernte die Reste meines Auffahrschutzes und machte mich auf den Weg zurück zu meinem Auto, um wenigstens den hinteren Reifen zu wechseln. Jetzt stand natürlich zur Diskussion ob ich überhaupt noch starten darf, da mein Bike ohne Auffahrschutz nicht mehr Regelkonform war. Ich bat Christian Peter bei den UCI -Kommissaren ein gutes Wort für mich einzulegen. Kurz vorm Start wurde mir dann erklärt dass ich aus der letzten Startreihe meiner Division starten darf. Nicht ganz zufrieden stellend für mich, aber besser als gar nicht starten. Ich versuchte sofort nach dem Start wieder Boden gut zumachen, denn die Strecke erlaubte auf dem ersten Kilometer keine Überholvorgange. Außer man versucht es mit der Brechstange, was meiner Meinung nach nicht sein muss. Beim Road Race galt es die 4,4 Kilometer lange Strecke 10-mal ab zufahren, die Temperaturen waren minimal gestiegen und auch der Wind hatte noch mal zugelegt. In der ersten Runde lief es nicht ganz so gut, ich fand nicht den richtigen Tritt und war nicht so richtig bei der Sache. Die zweite Runde konnte ich mit einer Zeit von 8:25 beenden, dieses Tempo sollte ich versuchen bis zum Schluss zu halten. In der dritten Runde kam jedoch schnell die Ernüchterung, wieder fast 9 Minuten und in der vierten Runde sogar über 9 Minuten. Der Wind und die Tatsache dass ich nicht in eine Gruppe einreihen konnte, sondern immer versuchen musste Plätze gut zu machen, zehrte stark an meinen Kräften. Die Rundenzeiten nahmen immer weiter zu und in meiner letzten Runde wurde ich von einer vierer Gruppe eingeholt und sogar noch überholt. Ich hatte nicht damit gerechnet dass die Jungs schon so früh zum Sprint ansetzten und verlor nun schnell einige Meter und den wichtigen Windschatten. Jetzt mussten die letzten Kräfte mobilisiert werden um nicht gleich vier Plätze zu verlieren. Ich wechselte auf die linke Seite der Rennstrecke und versuchte den hohen Gang so lange wie Möglich durchzudrücken. In der Mitte der Zielsteigung schaltete ich einen Gang runter und konnte 3 Plätze wieder gut machen, nur den Franzosen konnte ich nicht mehr holen. Immerhin belegte ich auch im Road Race den 15.Platz und hatte so eine gleich bleibende Platzierung erreicht.Mit meinen Platzierungen war ich eigentlich recht zufrieden und froh dass bei dem Unfall mit dem tief fliegenden Motorroller nicht mehr passiert war.
Fotos EHC Oupeye 2009