EHC-Rennen Rosenau Frankreich
Harte Nummer in Rosenau
Meine Trainingsvorbereitungen liefen alles andere als gut, auch im letzten Training in der Gruppe lief es nicht so ganz rund. Meine Blutwerte waren nach der letzten Chemo-Therapie nicht gut und mein Puls blieb bei 150 Schlägen stehen und die Power im Körper erlosch.
Mit schlechtem Gewissen fuhr ich am Karfreitag nach Rosenau, die Fahrt verlief trotz des Osterverkehrs ohne Stau. Bei der Ankunft im Hotel lag keine Reservierung für ein Rollizimmer vor, eigentlich schade ich hatte es doch schon fast 1 Monat vorher reserviert. Kurze Umbuchung und ich bekam ein geräumiges Zimmer mit einem riesigen Bett. Am Abend traf ich mich noch mit Michael und seiner Familie zum Essen, zeigte ihm noch die Strecke, damit auch er nicht zu spät kommt und danach ging’s ab zum schlafen.
Die Nacht endete für mich schon sehr früh, meine Gedanken kreisten um meine schlechte Trainingsverfassung. Aber was soll es, der Olympische Gedanke zählt - dabei sein ist alles.
Im Fahrerlager waren nach kurzer Zeit schon keine Parkplätze mehr zu bekommen, immerhin waren 159 Fahrer aus 19 Nationen am Start. Startunterlagen holen- Bike aufbauen – alles kontrollieren und ganz wichtig der Smalltalk mit den anderen Fahrern. Wann sonst konnte ich Fahrer. die mit mir in New York und Al-Ain in den Vereinigten Emiraten am Start waren, treffen.
Um 12 Uhr wurde die Strecke zum erkunden und warm fahren frei gegeben. Ein letztes Mal vor dem Rennen die Tücken der Strecke anschauen und versuchen sich die Schlaglöscher und andere Unebenheiten zu merken. Beim warm fahren konnte ich mich noch mit meinem neuen Fahrerkollegen vom ProActiv Handbike Team unterhalten und abstimmen ob wir eventuell zusammen fahren können.
13 Uhr Startaufstellung- 13:15 Uhr Start der C Fahrer und 3 Minuten später durfte ich aus der zweiten Startreihe bei den B-Fahrern starten. Ähnlich wie bei den vergangenen Rennen kam ich nicht ganz so gut los und verlor sofort 4 oder 5 Plätze. Nach ca. 200 Metern kam schon der erste Engpass, hier musste man genau aufpassen was um nicht mit einem anderen Fahrer oder seinem Bike in Berührung zu kommen. Schnell wurde klar hier geht es von Anfang an zur Sache, hier war kein Platz für Rücksichtnahme oder anderes Geplänkel – hier geht es um die Wurst. Bis zum ersten Kreisel führen wir teilweise mit bis zu fünf Fahren nebeneinander, jeder wollte zeigen wie gut er trainiert ist, bei mir lief es außerordentlich gut und ich konnte die erste von 3 Runden a 14,8 km mit in der ersten Gruppe fahren. Nach dem nächsten Kreisel teilte sich die Führungsgruppe in zwei Teile und die 10 Topfahrer zogen auf und davon. Ich konnte trotz meines schlechten Gewissens in der Verfolgergruppe mitfahren, immerhin hatten wir einen 35,8er Schnitt bisher gefahren. Die Kommunikation in der Gruppe war sehr schlecht und so kam es immer mal wieder zu Berührungen, da flog dem ein oder anderen schon mal eine Speiche aus dem Hinterrad oder ein Auffahrschutz wurde bei einer Kollision abgerissen. Ich berührte mit dem Ellenbogen die Messerspeichen am Hinterrad eines anderen Fahrers, heute am Ostersonntag ziert ein Bluterguss mein Gelenk am linken Arm. Ich denke eine solche Härte oder besser Rücksichtslosigkeit ist hier fehl am Platz. Der Zielsprint unsere Gruppe begann schon nach der letzten Wende und mir fehlte leider die Kraft um hier noch entscheidend zuzulegen und ich kam leider mit 22 Sekunden Rückstand auf den 12 mit Platz 23 ins Ziel. In meiner Klasse gewann Edward Maallouf in einer Zeit von 1:10:40, da sieht doch meine 1:14:30 mit einem Schnitt von über 35 km/h gar nicht so schlecht gegen aus - ODER?
Für mich war es ein erfolgreiches Rennen bei traumhaften 24°C und neuer Bestzeit – was will man mehr.
Fotos EHC-Rennen Rosenau 2009
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