Frankfurt Marathon 2009
Mit gemischten Gefühlen nach Frankfurt.
Eigentlich war ich müde von der langen Saison und den vielen Rennen in allen 3 Handbike Serien, doch ich wollte einfach mal sehen wie meine MS da mitspielt. Und bei der Abschlussveranstaltung der HCT muss man auch bei schlechtem Wetter am Start sein.
Schon auf dem Parkplatz erkannte ich dass es doch viele so gesehen haben und auch nach Frankfurt angereist waren. Ein Freund hatte mir die Startunterlagen schon am Vortag mitgebracht und so konnte ich das ganze eher ruhig angehen lassen. Ein wenig Smalltalk hier und da, die Startnummer aufkleben und sich ins Bike setzen. Doch dann war es vorbei mit der Ruhe, beim einsteigen ins Bike stellte ich fest dass einer meiner hinteren Reifen Risse in der Karkasse hatte. Also Reifen runter, neuen drauf ziehen und hoffen dass die Jungs das Akku meines Kompressors nicht ganz leer gepumpt hatten. Die Stimmen wurden laut dass ich doch bei jedem Rennen eine solche Situation brauche. Alles noch mal gut gegangen und es blieb sogar noch Zeit zum warm fahren. Die Temperatur von 13°C ging eigentlich doch die Strassen waren durch den Regen sehr schmierig und man sollte genau überlegen wann und wo man die Bremse einsetzt.
Um 9 Uhr wurden wir in der Startaufstellung eingereiht, ich stand in der 3. Startreihe. Die übliche Prozedere nahm ihren Lauf, einige Fahrer wurden vorgestellt und jeder versuchte sich auf seine Weise zu konzentrieren.
Das Rennen wurde pünktlich gestartet, ich kam erstaunlicher Weise gut weg. Zuerst ging es auf die 2 Runden in die Innestadt von Frankfurt, die Taunusanlage im Stadtzentrum, viele rechtwinklige Kurven, dazwischen schnellen Passagen und immer wieder rutschige Situationen. Hoffentlich geht das gut dachte ich, denn ich war schon bedacht mal wieder ohne Unfall ins Ziel zu kommen. Schon bei den ersten zaghaften Versuchen zu bremsen stellte ich fest dass ich doch besser die Finger von der Scheibenbremse lassen sollte. Das Rad blockierte sehr schnell und das Bike war nicht richtig unter Kontrolle zu halten. Nach der zweiten Runde durch die Stadt ging es raus auf die Europa Allee, auch Handbike Arena an diesem Tag genannt. Wenn man hier Stimmung und Zuschauer haben wollte sollte man sich diese schon von zu Hause mitbringen, denn hier handelt es sich um unbewohntes Gebiet direkt an der Messe Frankfurt. Vor dem Start wurde uns erklärt wir hier so lange fahren mussten bis auch der letzte Läufer gestartet war und wir danach wieder ins Ziel fahren konnten. Auf jeder Runde hieß es eine Spitzkehre mit hoher Geschwindigkeit anzufahren, hierbei hatte ich die meiste Angst da es dort im letzten Jahr doch einige Unfälle gab. Doch in diesem Jahr ging es sehr gesittet und fair zur Sache, jeder war bedacht unfallfrei ins Ziel zu kommen. Danach galt es in jeder Runde eine humane Steigung zu bezwingen, hier Konnte Freddy Pritzkau zeigen was er wirklich drauf hat. Respekt für seine Leistung hekam er von fast jedem Fahrer der Gruppe gezeigt. In jeder Runde konnte ich weniger sehen, es hatte sich soviel Schmutz auf meiner Brille gesammelt dass auch wischen mit dem Handschuh nichts mehr brachte. Als ich dann auch in einer Kurve mit dem Bike meines Teamkollegen Markolf Neuske aneinander kam, musste die Brille für bessere Sicht weichen. Ich brauchte fast eine Runde bis ich wusste wohin mit der Brille, jeder Versuch sie irgendwo hin zu stecken schlug fehl und so warf ich sie dem nicht gestarteten Heinz-Josef Krietenbrink zu. Leider traf ich ihn nicht genau und so landete die Brille irgendwo auf dem Gehweg. Durch die ganze Aktion hatte ich natürlich den Anschluss an meine Gruppe verloren und so musste ich mein Rennen alleine für mich gestallten. In der Spitzkehre konnte ich den Abstand einschätzen und ich wusste genau, da wieder ran fahren war für mich an diesem Tag nicht mehr. Freddy hatte auch den Anschluss zur Gruppe verloren, war aber schon zu weit hinter mir um mit mir den Versuch zu starten. Also musste ich die letzten 4 oder 5 Runden alleine mein Ding durchziehen, Konditionell war ich fit genug dafür. Am Ende belegte ich Rang 12 in meiner Wertungsgruppe und konnte dieselbe Rundenzahl wie die Spitze absolvieren. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden, denn es reichte mir den 5.Platz in der Gesamtwertung der HCT zu belegen. Leider waren doch einige Fahrer wegen Plattfüßen ausgefallen, auch meine Reifen wiesen kleine Schnitte auf.
Zum Abschluss der HCT gab es wie gewohnt eine kleine Feier im Maritim Hotel direkt an der Messe. Hierbei wurden Bilderserien von der gesamten Saison mittels eines Beamer’s an die Wand geworfen. Da war schon das eine oder andere lustige Foto dabei. Errol Marklein führte durch die Feier und holte sich immer mal wieder einen Gesprächspartner ans Mikrofon. Lecker Essen gab es natürlich auch und nachdem die Mägen gefüllt waren folgte die Siegerehrung. Ich belegte den 5.Platz in der B Wertung, für mich ein erstklassisches Ergebnis.
Errol führte ein Interview mit mir und ich konnte einen kleinen Einblick in meine Handbike Geschichte geben. Unter anderem konnte ich auch das neue Raptor 4 you von Pro Activ anpreisen, welches in Kürze zur Verfügung steht. Auch in diesem Jahr gab es wieder eine Verlosung mit tollen Sach- und Geldpreisen. Den Tag ließ ich bei ein wenig Smalltalk mit den anderen Sportlern ausklingen und machte mich mit meiner Frau auf den Heimweg..
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