Stuttgarter Zeitungslauf 2009
In diesem Jahr sollte beim Stuttgarter Zeitungslauf alles passen, oder etwa nicht.
Am Samstag angereist, die Startunterlagen abgeholt, früh zu Bett um am Sonntag für den anstehenden Lauf für die NHC Wertung fit zu sein.
Doch es kam anders wie geplant. Schon beim Versuch in mein Auto einzusteigen kam das erste Problem, hinter mir stand ein fremder Bus ohne Fahrer und ohne Hinweis wo ich den Fahrer finden könnte. Auch die Rezeption wusste keinen richtigen Rat, Polizei, Abschleppdienst oder…? Mein Puls war jetzt bestimmt schon so hoch wie er im Rennen eigentlich nicht werden sollte, die Zeit verging ohne das etwas passierte. Auch der schlecht kopierte Behinderten Ausweis gab keinen Hinweis, die Nachfrage in allen Zimmern mit Behinderten verlief erfolglos. Da kam mir die Idee den Portier zu bitten alle Reservierungen mit Wohnort Göttingen nachzuschauen und siehe da es gab nur eine. Nach weiteren 10 Minuten kam ein geschätzte 200 kg schwerer Mann aus dem Aufzug und stammelte, ich müde, ich muss Bett, ich schlafen. Dem konnte ich nur entgegnen dass er sich sputen soll und seinen Bus endlich wegfahren soll. Ein wenig später als geplant kam ich dann doch noch am Treffpunkt der Handbiker an.
Es war ein wenig frisch mit 10°C aber der Wettergott hatte mal wieder ein Einsehen mit den Bikern und es regnete nicht. Das Bike vorbereitet, ein wenig Smalltalk mit den anderen Sportlern und ein wenig die Lästereien der anderen ertragen. Na hast du deinen Autoschlüssel den gut fest gemacht oder fährst du mal wieder mit dem ADAC nach Hause. Alles halb so wild, ich werde auch versuchen in diesem Jahr nicht wieder platt zu fahren. Zusammen machen wir uns auf zum Start um uns auf dem dahinter gelegenen gesperrten Abschnitt noch warm zu fahren. Die Strecke wurde in diesem Jahr mal wieder geändert und auch der Start sollte laut Sprecher in diesem Jahr pünktlich stattfinden. Vor dem Start noch ein wenig Lockerungsübungen unter Anleitung einer AOK Animateurin und fast pünktlich fällt der Startschuss. Die Meute zieht los und Max Hauch ist von Anfang an der Spitze. Es sollte heute sein Rennen werden, denn auch der neue Kurs hat einige Ecken und Kanten wo er mit seinem Kniebike doch einige Vorteile haben sollte. Die Temperaturen sind in diesem Jahr doch wesentlich erträglicher als das Saunaklima im letzten Jahr. Kurz vor der Einfahrt in den ersten Tunnel kam die Stelle an der ich meinen Schlüssel im letzten Jahr verloren hatte, doch in diesem Jahr war alles gut verstaut. Beim Ausfahren aus dem Tunnel schaute ich an der leichten Steigung in meinen Rückspiegel und sah die Biker aufgereiht wie an einer Perlenkette. Max und sein Verfolger Jörg Pieper zogen das Tempo leicht an und schnell teilte sich die eine Gruppe in 3 und mehr. Ich war mit in der Verfolgergruppe an Platz 8 oder 9 und musste schon hart arbeiten als sich auch diese Gruppe teilte um noch dabeizubleiben. Die Strecke in der Innenstadt fordert doch einiges an Kraft von den Athleten, immer wieder auf die Bremse um auch um die teils sehr engen Kurven rumzukommen und danach wieder voll zu beschleunigen. Auch das Altsstadtpflaster und die zu überquerende Bordsteine verlangen von den Bikes einiges ab. Die Verfolgergruppe minimierte sich in der Innenstadt auf 4 Fahrer und nach einigen Zwischensprints waren mein Teamkollege Markolf Neuske, Patrick Gabriel und ich alleine. Die zweite Hälfte der Strecke hatte mehr Anstiege und jeder noch so kleine tat mir richtig weh. Mein Teamkollege feuerte mich immer wieder an um nicht das Ziel des 3.Platzes zur verlieren. Bei der wiederholten Einfahrt in den B-14 Tunnel kamen uns hunderte Läufer entgegen die uns anfeuerten – ein irres Erlebnis diese Atmosphäre. Jetzt noch mal volle Konzentration und das Ding nach Hause fahren. Auf den letzten 2 Kilometern konnte ich mein Tempo wieder steigern um am Ende mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 30 auf dem 3 Platz hinter Max und Jörg zu landen. Ohne die Motivation meines Teamkollegen hätte ich es wohl nicht geschafft- hier nochmals eine großes Dankeschön an Markolf.
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