NHC-Mainz Marathon 2010
Schon am Vortag reiste ich nach Mainz um nicht ganz so früh am Renntag aufstehen zu müssen und um mich mit meinen Teamkollegen zu treffen. Auf dem Weg zum Hotel machte ich einen Zwischenstopp an der Rheingoldhalle um die Startunterlagen für den Gutenbergmarathon abzuholen. Der Stopp verlief reibungslos und ich holte die Unterlagen für das Team und den befreundeten Athleten Jörg Pieper gleich mit. Nach einem Smalltalk mit Melanie, die sich auch in diesem Jahr aufopfert um die NHC Serie am Leben zu halten, machte ich mich schwer bepackt gleich auf zum Hotel. Schon in der Lobby wurde ich von meinen Teamkollegen erwartet und kannte ein Teil des Gepäckes wieder loswerden. In dem ganzen Getümmel hatte ich einen Namen bei der Ausgabe nicht genannt und so hatte Hans-Albert Werkmann als einziger keine Unterlagen. Ich machte mich mit dem Rest des Gepäckes auf mein Zimmer, welches ich mit Lucas Zehnle einem unserer jungen Nachwuchsathleten, teilte. Der Rest der Truppe machte sich auf den Weg um die von mir vergessenen Unterlagen von Hans-Albert zu holen. Nachdem ich die Klamotten aufs Zimmer gebracht hatte, rollte ich ins Parkhaus um mein Bike mit der Startnummer zu bekleben. Ich hoffte dadurch nicht wieder am Rennmorgen die gewohnten Stresssituationen erleben zu müssen. Danach rollte ich zum ausgemachten Treffpunkt um mit meinen Teamkollegen eine Kleinigkeit am Abend zu essen. Nachdem wir fast die ganze Altstadt abgegrast hatten entschieden wir uns für das Theaterbistro, was sich als echter Geheimtipp herausstellte. Leckere selbst gemachte Nudeln und leckeren frischen Salat dazu und das alles zu erschwinglichen Preisen. Ulli Freitag gesellte sich später auch dazu und im Anschluss machten wir noch einen Abstecher in der zum Hotel nahe gelegenen Gaststätte Limone. In Wirklichkeit hieß die Gasstätte Citrus, nur für meinen Teamkollegen Andreas Jürgeleit war es die Limone, was er auch immer wieder betonte. Hier trafen wir noch andere Athleten und Athletinnen und nach einer Apfelschorle, begleitet von netten Gesprächen machten wir uns ins Hotel um am nächsten Morgen fit und ausgeschlafen am Rennen teilzunehmen. Die Wetteraussichten waren nicht ganz so gut und es war ein leichter Regen vorhergesagt, vielleicht hatten wir dasselbe Glück wie in Düsseldorf am vergangenen Sonntag und blieben während des Rennens vom Regen verschont.
Nach einer ruhigen Nacht und einem kleinen Frühstück machte ich im Parkhaus die letzten Vorbereitungen und es konnte losgehen. Beim verlassen des Parkhauses mit dem Bike war es erst noch trocken, doch schon nach kurzer Zeit vielen die ersten Tropfen. Na ja leichter Regen dachte ich, halb so wild. Der Gedanke war nicht fertig gedacht, da wurde aus leichtem Regen mehr Regen und ich stellte mich im Startbereich unter eine Brücke um nicht ganz so nass zu werden. Schnell füllte sich die Unterstellfläche mit weiteren Athleten, es waren noch 45 Minuten bis zu Start und viele fuchtelten mit den Armen um die Muskulatur bei den Temperaturen um 8°C einigermaßen warm zu halten. Der Regen wurde immer stärker und niemand glaubte mehr an ein Rennen unter normalen Bedingungen. Mein Handy gab ich sicherheitshalber schon mal Uta, der Frau von Jörg. Mir wurde langsam kalt, der Regen wurde immer stärker, also musste ich auch mit den Armen fuchteln. Die Brille mit Rückspiegel gab ich auch ab, da man bei so starken Regen nichts mehr durch die Brille sehen kann. Ich erinnere mich an Frankfurt im letzten Jahr wo mich die Brille bei Regen doch einige Plätze gekostet hatte. Die Zeit wurde uns durch Musik vertrieben und die beiden Moderatoren versuchtem uns die gute Laune zu erhalten. Bei so einem Sauwetter ist es mit unseren Bikes extrem gefährlich, einmal nicht aufgepasst und das Rennen ist zu Ende. Mit dem Bremsen sieht es auch schlecht aus, am Besten den Hebel gar nicht erst anfassen. Es waren noch 3 Minuten bis zum Start, das Feld war quer Beet gemischt. Eine Startaufstellung war bis auf die erste Reihe nicht mehr einzuhalten und jeder hatte Verständnis dafür.
Pünktlich 9:20 Uhr ging die Floßfahrt los, zumindest war genug Wasser dafür auf der Strasse. Mein Start war schon wieder schlecht, aber auch das war nichts Neues für mich. Mir fehlt einfach die Kraft um von Null auf 30 und mehr km/h anzuziehen. Aber wenn das Raptor ein Mal rollt dann rollt es und ich kann auch wieder verlorene Plätze gut machen. Andreas Jürgeleit hatte einen guten Start erwischt und so mussten Thomas Epting und ich versuchen ihn wieder einzuholen. Bei der Aufholjagd hatten wir jedoch so viel Tempoüberschuss dass er uns leider nicht mehr folgen konnte. Die Sicht war teilweise durch das viele Wasser auf der Strasse so schlecht, dass ich es vorzog vorne im Wind zu fahren um nicht in der Gicht des Vordermannes im Blick zu haben. Unser Duo arbeitete gut zusammen und wir könneten einige Plätze gut machen. Im Lauf des Rennens liefen Thomas und ich auf Andreas Lehmann und Jörg Reinmuth auf, zwei Athleten mit denen ich schon sehr oft zusammen gefahren bin. Unsere neue Gruppe arbeitete perfekt zusammen, bis mir Thomas zurief dass ich sofort stehen bleiben soll weil die Steckachse am linken Hinterrad sich gelöst hatte. Ganz klar mein Fehler denn ich hatte sie vor dem Start nicht kontrolliert. Er hielt mit mir an und versuchte das Rad wieder mittels Achse zu befestigen. Mittlerweile waren Zuschauer herbeigeeilt um zu helfen. Der Ganze Spaß hat fast 2 Minuten gedauert und es hatten uns doch einige Athleten überholt. Ohne Thomas hätte mein Rennen hier geendet, an dieser Stelle möchte ich mich noch ein Mal bei Thomas bedanken. Jetzt war ich so voller Wut auf mich selbst dass ich das zuvor gefahrene Tempo noch steigern konnte. Thomas hatte es teilweise schwer hinter mir zu bleiben, doch ich schaute immer wieder in meinen Spiegel am Bike um ihn nicht zu verlieren. Eigentlich kannte ich die Strecke doch beim Einfahren auf den Marktplatz hatte ich nicht mehr an die Pflastersteine gedacht und bei dieser Witterung waren diese Steine spiegelglatt. Mein Bike stellte sich quer, was den Zuschauern gefiel, aber für mich fühlte sich das nicht so gut an. Zum Glück fing sich das Bike und die Aufholjagd konnte weitergehen. Ich wollte mich bei Thomas bedanken, indem ich versuchte ihn an die Position zu bringen wo er vorher war, als er für mich angehalten hatte. Es war ein hartes Stück Arbeit denn Andreas und Jörg mit denen wir vorher in einer Gruppe fuhren, waren nicht zum bummeln nach Mainz gekommen. Ich holte alles an Reserven raus um es möglich zu machen und wir schafften es fast. Lediglich Andreas der noch zulegen konnte hatten wir alle Plätze, die wir bei meiner Panne verloren hatten, wieder zurückgeholt. Mit einer Zeit von 43:03 überquerten wir auf Platz 7 und 8 in der Klasse H2 die Ziellinie. Bei dem Wetter und mit 1 Minute und 56 Sekunden Pannenzeit, die mein Tachometer mir anzeigte, ein respektables Ergebnis.
Fazit: Auch im nächsten Jahr werde ich beim Gutenberg Marathon in Mainz starten. Die Organisation ist dank des Engagements von Josef Pollauf perfekt. Die Strecke und die Stimmung der Zuschauer sind einmalig. Nur auf das miserable Wetter hatte Josef leider keinen Einfluss gehabt, sonst hätte auch das gepasst.
Vielleicht schafft er es ja 2011.Handbike
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